Die verschiedenen Methoden der Kompressionsbehandlung

Bei der Behandlung venöser Beschwerden ist die älteste Methode gleichzeitig die effektivste: die Kompressionsstrumpftherapie mit Hilfe von Strümpfen und Verbänden.

Bei der Behandlung unterscheidet man hauptsächlich zwischen Stütz- und Kompressionsstrümpfen.

Der Stützstrumpf ist nur zur Vorbeugung gedacht und eignet sich für Personen mit dem Risiko einer Venenerkrankung. Dazu gehören auch Stehberufler und Schwangere.

Stützstrümpfe sind als Knie- und Schenkelstrümpfe oder als Strumpfhose aus feinem Strumpfmaterial in vielen modischen Farben im Sanitätshaus erhältlich.

Bestehen bereits Stauungsbeschwerden oder müde und juckende Beine, ist eine Behandlung mit Arzneimitteln in Kombination mit einem Kompressionsstrumpf oder Verband unumgänglich. Ob das Bein gewickelt oder bestrumpft werden soll, entscheidet der behandelnde Arzt.

Kompressionsstrümpfe werden auch als Zweizugstrümpfe bezeichnet, da sie durch ihre Strickart eine gleichmäßige Verteilung des Drucks auf das Bein bewirken.

Das Wirkungsprinzip dieser Behandlung ist simpel:
Der Strumpf bzw. Verband baut von außen einen Druck auf, so das die erweiterten Venen mit den überdehnten Klappen eingeengt werden. Die Venenklappen können ihre ursprüngliche Funktion wieder aufnehmen und der Blutrückfluss wird verbessert.

Wichtig ist auch der Unterschied zwischen Ruhe- und Arbeitsdruck. Unter den Ruhedruck versteht man den Druck, den der Strumpf bzw. Verband auf ein ruhendes Bein ausübt. Als Arbeitsdruck wird der Widerstand bezeichnet, den die Kompression der sich bewegenden Muskulatur entgegensetzen kann. Der Arbeitsdruck ist umso höher, je unnachgiebiger das verwendete Material ist. Ein hoher Arbeitsdruck wird von textil- elastischem Material erzeugt und ist für Patienten geeignet, die weiterhin ihre normalen Tätigkeiten nachgehen können. Bettlägerige hingegen benötigen einen hohen Ruhe- und einen niedrigen Arbeitsdruck, der durch gummielastisches Material erzeugt wird.

Welche Methode mit welchen Druckgradiente letztendlich zur Anwendung kommt, hängt von der Ausprägung des Krankheitsbildes ab.

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